Kurzmitteilung

Kapitel 7 der Fortsetzung von Faith Tochter der LIchten Welt

Die Hexen konnten es Lilly nicht durchgehen lassen, dass sie sich ihrem Befehl widersetzt hatte.

Sie war ungehorsam gewesen.

Sie war mehrmals geflogen, ohne die Erlaubnis dazu erhalten zu haben. Diese kleine Hexe schien unlenkbar zu sein.

Elsabe und ihre Schwestern hatten die Höhlen verlassen um Lilly zu finden und sie zurück in den Schoß der Erde zu schicken. Bis der Mond seinen Schatten wieder auf die Felder warf, würde noch einige Zeit vergehen. Erst dann konnten die Alraunen sich die junge Hexewiederholen. Sie würden sie unter die Erde ziehen, aus der sie geboren war. Dass auch Oskar verschwunden war, fiel nur Elsabe auf. Der „Glitter“ war zwar häufig in Magalies Nähe zu finden, aber er ging auch oft genug seine eigenen Wege.

Konnte er mit Lillys Verschwinden zu tun haben?

Es war ihr nicht entgangen, dass Oskar Lilly sehr interessiert betrachtet hatte.

 

Mit ihren Schwestern machte sie sich auf die Suche nach Lilly.

Sie befragten die Wesen der Luft, denen sie begegneten. Die bunten Schmetterlinge die sich in den lauen Lüften wiegten, die glänzenden diamantfarbenen Libellen, die kreischenden Stare.

Die Kreaturen in den Flüssen, den schimmernden Seen. Sie fragten die Fische und Wasserschlangen, sogar den Chimären näherten sie sich. Aber weder die bleichen Nixen, noch die blauen Wassermänner, konnten ihnen Auskunft geben.

Sie sprachen mit den Wassergeistern in den Quellen, den kleinsten Tümpeln. Sie tauchten hinunter in das riesige neu entstandene Meer, das die „Anderswelt“ so völlig verändert hatte. Hinunter in die Fluten, die die grünen Wälder und kostbaren Ackerboden verschlungen hatten.

Das Wasser des vergessenen Flusses hatte den gewaltigen Canyon, der seit einiger Zeit die „Anderswelt“ in zwei Teile teilte, gefüllt und viele der Bewohner mit ganzen Dörfern und Städten mit sich gerissen.

Als Elsabe wieder auftauchte fand sie eine der Nixen am Ufer.

„Odine“ saß am Rande des Meeres. Ein Schleier aus üppigem grünem Haar floss über ihre Schultern, bedeckte ihre perlmuttfarbenen Brüste. Ihr silbrig schillernder Schuppenschwanz peitschte ungeduldig das Wasser.

„Was willst du?“

Elsabe setzte sich zu ihr. Die Kleider klebten an ihr wie eine zweite Haut und ließen ihren sinnlichen Körper beinahe ebenso nackt erscheinen wie „Odines“ schlanken Leib.

„Das Wasservolk ist unruhig“, die grüne Muschel ist abgetaucht und hat den dunklen Fürsten mitgenommen.“

Odine seufzte. Sie dachte an den Schatz, den die Nixen in ihrer Stadt unter Wasser verbargen. Einen Schatz von unermesslichem Wert.

„Leathan ist gefährlich, sogar im Bauch der Molluske. Sein violetter Blick tötet die Fische von denen wir leben ganz ohne Not. Schau dir das an.

Selbst im Innern der Muschel eingeschlossen zerstört er durch seine bloße Gegenwart.“

Elsabe sah sich um und erkannte, dass „Odine“ Recht hatte.

Aufgeschwemmte Fischleiber trieben, die leichenblassen Bäuche nach oben, auf der Wasseroberfläche.

Wusste Magalie was sie angerichtet hatte. Wusste sie, dass Leathan mit der Muschel untergegangen war? Hatte sie mit Hilfe des Medaillons Leathan für kurze Zeit eingesperrt?

„Wie ist er in die Muschel gelangt?“

Die Nixe sah Elsabe erstaunt an.

„Das weißt du nicht? Annabelle hat ihn vom Felsen gestoßen.“

Elsabe lachte ihr mitreißendes Lachen, wurde aber sofort wieder ernst.

 

Hatte das denn nie ein Ende?

Musste alles, was Leathan berührte oder nur ansah, sterben?

„Du suchst jemanden?“

Odine fragte es ganz beiläufig.

„Ja?“

Erwartungsvoll wandte sich Elsabe ihr zu.

„Versprich mir erst, dass du über unser Problem mit der Fürstin sprichst. Ihr müsst uns helfen Leathan loszuwerden.“

„Natürlich helfen wir euch, wenn wir können. Ich spreche mit Magalie.“

„Gestern habe ich einen kaum wahrnehmbaren grünen Schleier über den Nachthimmel geistern sehen. Er war schneller als ein Augenzwinkern wieder verschwunden. Er flog dorthin.“

Elsabes Blick folgte dem ausgestreckten Arm der Nixe.

„In die Schattenwelt?“ Sie hielt den Atem an. Oskar, dieser dumme kleine Kerl. Das konnte nur er gewesen sein.

Sie konnte sich vorstellen was ihn dorthin trieb.

Die Schattenwelt war ein Ort, den, wenn es möglich war, sogar die Hexen der „Lichten Welt mieden. Oskar glaubte, dass sie Lilly in der „Schattenwelt nicht suchen würden. Dass sie dort unten sicher wäre. Dunkel war es dort, kalt und unwirtlich und die Kreaturen, die sich dort sammelten, waren giftig oder böse. Oft auch beides, dachte Elsabe. Lilly und Oskar waren jung und unerfahren. Sie waren in der Welt Leathans weitaus gefährdeter, als sie es in der „Lichten Welt“ je sein konnten.

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2 Gedanken zu „

  1. Kann die Autorin nicht ein bisschen schneller schreiben. Es ist so spannend und ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Dieses Buch ist – obwohl es noch nicht erschienen ist, bereits ein MUSS. Wer den ersten Teil „Faith – Tochter der Lichten Welt“ noch nicht gelesen hat, kann das schon tun, den gibt es schon zu kaufen. Und Weihnachten steht vor der Tür. Für junge und jung gebliebene Leser/innen.

    • ich versuche es, bin aber so beschäftigt mit anderen Dingen, dass ich nicht jeden Tag zum Schreiben komme. mein Ziel ist Ende des Jahres mit der Fortsetzung ferig zu sein. heute kommt teil 8 LGU

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