Violetta wird kommen.
Am 30. 03. 2015 als Print ins Netz gestellt. Noch immer nicht lieferbar. Aber lang kann es nicht mehr dauern. Außer bei Amazon ist das E Book jetzt bei allen üblichen Verdächtigen zu haben!
ISBN 9783737539173 „Violetta“ Vom Wege abgekommen.
Leseprobe sechs:
Violetta dachte: Dieser Mann bringt mich um den Verstand. Ich sollte mich in mein Auto setzen und mich so weit wie möglich von ihm entfernen.
Sie hatte sich nicht entfernt, sondern war gegen ihre Vernunft mit Orsini zum “da Pino” zurück geschlendert.
Orsini entschuldigte sich und balancierte kurze Zeit später ein Tablett mit Caffe’ macchiato, einem Glas Wasser, Cappuccino, in den er den mitgebrachten Grappa kippte, und zwei Stück Torta Marengo an ihren Tisch.
„Mit dieser Torte im Magen wollen Sie mich auf die Reise schicken? Das hier kann man kaum als leicht bezeichnen.“
Torta di meringa, dachte Violetta, besteht zu gleichen Teilen aus Zucker, Eiern und Sahne und muss im Himmel kreiert worden sein. Der Teufel soll dich holen, Alessandro!
Er sah amüsiert ein großes Stück des Halbgefrorenen in ihrem Mund verschwinden, das sie genussvoll auf der Zunge zergehen ließ. Ihre grünen Augen leuchteten, wie die eines kleinen Mädchens angesichts einer neuen Puppe.
Ich kann nicht aufhören, sie anzusehen, dachte er. Ich möchte, dass sie bleibt. „Vielleicht will ich gar nicht, dass Sie heute noch reisen?“ Er langte über den Tisch und wischte mit dem Daumen einen Rest Sahne von ihrer Oberlippe. Während er seinen Daumen ableckte, griff er, ohne sie anzusehen, nach seinem Milchkaffee.
Dieser Mann gehört eingesperrt, dachte Violetta. Seine Dreistigkeit war kaum zu überbieten.
Orsini sah zu ihr hinüber und sagte: „Sie sehen auch mit offenem Mund hinreißend aus.“
Violetta schloss ihren Mund, um ihn gleich darauf wieder zu öffnen. „Ich muss fahren. Morgen früh habe ich einen wichtigen Termin in Lucca.“
„Wie schade, Signora, es wäre mir eine Freude, Ihnen bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft behilflich zu sein.“ Sein Mund zuckte.
Sie sah ihm in die Augen und fragte sich, was er wohl unter geeignet verstehen mochte. Dann senkte sie den Blick und rief sich zur Ordnung. Sie erhob sich. „Ich muss gehen“, wiederholte sie. Meine Stimme wird mich verraten, dachte Violetta. Sie war wütend, ja, aber auch fasziniert. Und das machte sie noch wütender.
Orsini begleitete sie zum Parkplatz. „Was für ein schreckliches Auto“, sagte er.
„Aber es fährt“, knurrte Violetta, jetzt wirklich aufgebracht. „Nicht jeder kann sich solche Wagen …“ Sie wies mit dem Kopf angewidert auf die Nobelkarossen.
Er lachte. „Nein, in der Tat, und manche dieser Karossen“, sagte er, „stehen mehr in der Werkstatt als auf der Straße. Aber dieser kleine Dinosaurier wird bald unter Ihnen zusammenbrechen, und dann werde ich Sie blutend auf der Straße finden und mich über Sie werfen und ein Leben lang trauern.“
Violetta dachte, er redet wie ein Opernheld. Sie öffnete die Wagentür. „Leben Sie wohl, Signore.“ Sie hatte ihn nicht ein einziges Mal mit seinem Namen angeredet. So, als ob dies eine unerlaubte Intimität wäre.
Oh Gott, er wird mich küssen, dachte sie, als er sich über sie beugte. Und das tat er. Er küsste sie leicht auf beide Wangen.
„Wenn ich Sie jetzt richtig küsse, werden Sie morgen zu spät in Lucca sein. Aber ich werde Sie finden und nachholen, was wir heute versäumt haben.“ Sein Blick ließ, trotz aller Ironie, keinen Zweifel daran, dass er es ernst meinte.
Violetta stieg in ihr Auto. „Sie sind unfassbar ungezogen, Signore. Wir werden uns ganz bestimmt nicht wiedersehen.“
„Oh doch, Violetta Valery, das werden wir!“
Warum nur hatte er sie mit diesem Namen angesprochen? Aus Verdis wohl berühmtester Oper? Dem Namen einer Kurtisane, die, viel zu jung, am Ende an der Schwindsucht sterben musste. Sie war berühmt gewesen für ihre außergewöhnliche Schönheit, ihre Eleganz und ihren Stil. Gebildet und belesen.
http://ursulatintelnot.jimdo.com/meine-b%C3%BCcher/

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